HAYMATLOZ – Exil in der Türkei 1933-1945

Ausstellung vom 9.08. bis 21.09.2012

„Die erste Generation türkischer Migranten in Westeuropa war mehrheitlich jüdisch. 20.000 bis 30.000 Juden türkischer Herkunft lebten während der Zwischenkriegszeit in verschiedenen europäischen Ländern, wo sie eigene sephardische Gemeinden gründeten. Obwohl viele von ihnen Opfer der Schoah wurden, wurden sie in der internationalen Holocaustforschung bislang kaum berücksichtigt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der widersprüchlichen Politik der Türkei, die zwar einerseits verfolgten deutsch-jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern Exil gewährte, andererseits jedoch wenig unternahm, um ihre im NS-Machtbereich befindlichen jüdischen Staatsbürger zu retten. Auch innerhalb der Türkei wurden Juden durch eine Sondersteuer faktisch ihres Besitzes beraubt, so dass die Mehrheit der verbliebenen Juden der Türkei nach Gründung des Staates Israel dorthin emigrierte. Das Buch schließt nicht nur eine wichtige Forschungslücke, sondern erhält vor dem Hintergrund eines erstarkten Antisemitismus in der Türkei sowie der Diskussion um das Holocaustgedenken in der Migrationsgesellschaft eine besondere Aktualität.

„Haymatloz“ stempelten die türkischen Behörden den deutschsprachigen Flüchtlingen in ihre türkischen Fremdenpässe, nachdem sie vom deutschen Reich ausgebürgert worden waren. Dies galt für die meisten der 1000 Emigranten, die zwischen 1933 und 1945 Zuflucht in der Türkei fanden. Hunderte deutscher Wissenschaftler, Politiker und Künstler emigrierten damals auf Einladung der türkischen Regierung in die Türkei, um als Experten an der Modernisierung aller gesellschaftlichen und kulturellen Bereiche der türkischen Republik mitzuwirken. Das Wort ‚Haymatloz‘ ging als Lehnwort in die türkische Sprache ein.

Die deutsch-türkisch-sprachige Ausstellung „Haymatloz“ ist ein Projekt des Aktiven Museums Berlin e.V. .Sie erinnert an die aus Deutschland während der NS-Zeit Vertriebenen und ruft deren Geschichten in Erinnerung. Sie zeigt die historischen, politischen und wirtschaftlichen Umstände der damaligen Türkei und erzählt von den nicht immer ganz einfachen Bedingungen des türkischen Exils.

In Kooperation mit diversityunited e.V. “ (aus: http://www.buecherhallen.de/ca/c/vtr/)

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