Kulturcrash – Das Kulturcrash-Festival im Kampnagel

Mitwoch, 28.11. bis  Samstag, 01.12. / jeweils  20:00 Uhr

THIS PIECE IS STILL TO COME
BEGÜM ERCIYAS – Konzept und Choreografie

Ist es möglich, ein Projekt niemals abzuschließen und genau dadurch das Ziel zu erreichen? Kann jede Aufführung eine neue Fassung der ersten Vorstellung sein? In ihrer neuen Arbeit verweigert die Choreografin Begüm Erciyas Schlussfolgerungen zugunsten von Wiederholung und Neuausrichtung. Jede ihrer Wiederaufnahmen von THIS PIECE IS STILL TO COME produziert eine Wiederholung, die in Form von Video- und Tonaufnahmen in die nächste Vorstellung integriert wird. Durch diese Akkumulierung von Material ergibt sich nach und nach eine Ausdünnung der Performance, durch die Dinge erscheinen, verschwinden oder ihre Form verändern können. Mit der Uraufführung auf Kampnagel wird dieser Prozess angestoßen, der stets unfertig, jedoch immer in Bewegung bleibt. Begüm Erciyas lädt das Publikum ein, Teil dieser fortwährenden Arbeit zu werden, in der nur eine Gewissheit besteht: dass das Video von heute morgen zu sehen sein wird.

Eine Arbeit von Begüm Erciyas in Koproduktion mit Kampnagel, Arts Festival 0090 Antwerp und STUK kunstencentrum Leuven. Gefördert von: Regierender Bürgermeister von Berlin- Senatskanzlei im Rahmen des Tanzstipendiums, Fonds Darstellende Künste e.V., Kulturbehörde Hamburg und K3 Tanzplan Hamburg.

8€ (erm. 6€), ca. 50 min

 

Donnerstag,  06.12. / 21:30  

Konzert / Tekin Sengül

UNKRAUT VERGEHT NICHT
Tekin Sengül tritt auf mit seiner Gitarre und seinen eigenen Geschichten: »Mein erstes Lied schrieb ich 1992 – natürlich in der Sprache, mit der ich groß wurde – auf Deutsch. Komischerweise sollte ich zu dieser Zeit auch aus Deutschland abgeschoben werden, obwohl ich schon seit mehr als 20 Jahren hier lebte. Erbost über diese Skrupellosigkeit des Ausländerrechts begegnete ich der Situation auch mit Skrupellosigkeit: Ich schrieb noch mehr Lieder und wurde zum Liedermacher. Die Ausländerbehörde unterlag dieser mächtigen Waffe (der Kunst), wenn auch nur vorerst. Jetzt, nach mehr als 10 Jahren, singe ich wieder meine Lieder« Tekin Sengül

7€ (erm. 5€)

 

Freitag, 07.12.  und  Samstag, 08.12. / 20:00

SCHNEE

»Du warst noch nie in Karsberg? Doch, du kommst sogar daher. Und jedes Mal, wenn der Schnee fällt, hoffst du, dass er das Elend und den Schmutz deiner sterbenden Stadt unter sich verdecken und die stille Unschuld der Kindheit wiedererwecken wird. Früher waren wir hier alle Brüder. Heute ist jeder ärmer und stolzer als früher. Die Islamisten gehen von Tür zu Tür. Sie sagen, dass diese Armut, dieses Elend, die über uns gekommen sind, daher rühren, dass wir vom Wege Gottes abgewichen sind. Der andauernde Schneefall ist eine ermüdende, nervtötende Angelegenheit.« SCHNEE

Das frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Orhan Pamuk entwickelte Stück von Hakan Savaş Mican transponiert die Geschichte in die deutsche Gegenwart. Geschickt bildet der Regisseur und Theaterautor ein Relief zwischen den gesellschaftspolitischen Umständen, dem Drama einer Liebesgeschichte und den Situationen, die das eine mit dem anderen verbinden. Hakan Savaş Mican kam 1997 nach Berlin, studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie und schreibt und inszeniert regelmäßig für das Ballhaus Naunynstraße.
12€ (erm. 8€, Schüler 5€), ca. 90 min

 

Samstag, 08.12. / 18:30 Uhr

STATIONEN DER DEUTSCH-TÜRKISCHEN MIGRATION IM FILM
Vortrag / Martina Priessner, Berlin
Die deutsch-türkische Arbeitsmigration spiegelt sich seit den 1970er Jahren in der Kinokunst beider Länder wider. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wurden Geschichten erzählt, die in Deutschland das Bild des Ausländers, und in der Türkei das Klischee des Almancı (Deutsch- Türken) reproduzierten. Seit Anfang der 1990er Jahre nehmen junge deutsch-türkische Filmemacher eine andere Perspektive ein; sie bringen Stereotypen zum Tanzen und entwerfen Bilder für Migration abseits von Opferdasein. In ihrem Vortrag zeichnet die Filmemacherin Martina Priessner die verschiedenen Facetten dieser Entwicklung nach.

Eintritt frei, ca. 60 min

Über TEZ

Blogseite des TürkeiEuropaZentrums Hamburg (TEZ)
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