Annes Schweigen+Մոր լռություն+Annenin Sessizliği

annas_schweigenTheaterstück von        Doğan Akhanlı
Schauspiel                 Bea Ehlers-Kerbekian
Bühne                        Michael Graessner
Regie                          Ron Rosenberg
Produktionsleitung     ehrliche arbeit- freies Kulturbüro
Public Relation         Rainer Blankenburg
 
Das Stück erzählt die Geschichte der in Deutschland aufgewachsenen Türkin Sabiha. Als Fremde zwischen den Kulturen fühlt sie sich zu türkischen Nationalisten hingezogen. Als ihre Mutter (türkisch: Anne) stirbt, entdeckt sie, dass zwischen deren Brüsten ein armenisches Kreuz tätowiert ist. Im Durchleben und Aussprechen der eigenen Konflikte kann Sabiha zu sich selbst finden und den Kreislauf von Gewalt und Verdrängung, Identitätsverlust und Isolation überwinden.
Die Inszenierung und das Rahmenprogramm gehen über die Frage des Völkermords an den Armeniern hinaus. Sie setzen sich mit den Folgen seiner Verdrängung und den Möglichkeiten der Identitätsfindung in den Folgegenerationen auseinander – ob in der Türkei oder im Ausland oder nach ähnlichen Gewalterfahrungen weltweit. In ‚Annes Schweigen’ wird Deutschland bewusst zum Ausgangspunkt einer Geschichte, die bis in die dritte und vierte Generation darauf wartet, mit-einander erzählt zu werden. Wir wollen bewusst dort das Schweigen brechen, wo es (1916) angefangen hat.
Den Text zur monologischen Inszenierung liefert Doğan Akhanlı, deutsch-türkischer Autor, der zahlreiche Bücher publizierte. „In meinem Stück“ sagt Akhanlı, „überwindet die Mutter bis zu ihrem Tod nicht die Sprachlosigkeit. Ohne Heimat und Familiengeschichte  verirrt sich Sabiha deshalb zu den Nationalisten und kann sich, durch den Tod ihrer armenischen Mutter, nicht mehr mit ihr versöhnen. Aber sie geht über die, im Schweigen eingefrorene Trauer der Mutter, hinaus. Sabiha zerbricht nicht an den erstarrten Widersprüchen. In dem sie anfängt wirklich von sich zu sprechen, überwindet sie den Kreislauf von Gewalt und Verdrängung, Identitätsverlust und Isolation. Sie legt den verschütteten Brunnen ihrer Geschichte frei und beginnt, das Brachland zwischen den Generationen und Kulturen zu bestellen. Im Erzählen fängt sie an, ihre Geschichte zu entdecken und vielleicht zu verändern.“ Bea Ehlers-Kerbekian, Tochter einer armenischen Mutter und eines deutschen Vaters, verkörpert Sabiha auf der Bühne, die von Michael Graessner in einem Raum verwandelt wird, in dem die Fäden der Erinnerung zu einem Geschichtsteppich verwebt werden.

Weitere Informationen: Annes Schweigen

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