V. TEZ-Vortrag: Ägypten in 30 Tagen: die Beschleunigung des Reisens im 19. Jahrhundert

Steamship Ramses the GreatVortrag von Dr. Felix Konrad (Basel)

Termin: 22.06.2016, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221
(AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Im Laufe des 19. Jahrhunderts zog Ägypten eine immer größer werdende Zahl von Reisenden aus europäischen Ländern an. Zweck der Reisen war meist der Besuch der imposanten Überreste der altägyptischen Kultur, aber auch die Suche nach einem malerischen und exotischen „mittelalterlichen Orient“, den die Europäer vor allem in der Altstadt von Kairo zu finden glaubten. Gleichzeitig waren die Reisenden mit einem Land konfrontiert, dessen Eliten sich zunehmend an Europa orientierten und versuchten, das Land durch politische und wirtschaftliche Reformen sowie durch Infrastrukturprojekte zu modernisieren. Die zum Teil vom Staat, zum Teil von Privaten betriebene verkehrstechnische Erschließung (Eisenbahn, Dampfschiff etc.) erleichterte und beschleunigte das Reisen nach und durch Ägypten. Diese Verkehrsrevolution schuf zusammen mit der Entwicklung weiterer touristisch nutzbarer Strukturen (Hotels, Restaurants, Museen etc.) die Grundlage für einen frühen Massentourismus in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Dieser Vortrag zeichnet zum einen die Erschließung des Landes durch neue Reisemittel und touristische Infrastruktur nach und stellt zum anderen die Frage, wie die Beschleunigung des Reisens die europäische Wahrnehmung des Landes prägte und veränderte.In diesem Vortrag wird über den modernen Tourismus und die Besucher der Weltstadt Istanbul ab dem 19. Jahrhundert berichtet.

Referent: Felix Konrad ist Projektmitarbeiter am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel. Er studierte Geschichte, Islamwissenschaft und Volkswirtschaft an der Universität Bern, wo er 2006 mit einer Arbeit zum Hof der ägyptischen Khediven im 19. Jahrhundert promoviert wurde. Von 2008 bis 2015 war er Juniorprofessor für Außereuropäische Geschichte (Schwerpunkt Naher Osten) an der Universität Kiel. Er arbeitet zur Sozial- und Kulturgeschichte des Osmanischen Reiches in der Frühen Neuzeit und Ägyptens im 19. Jahrhundert mit Schwerpunkten in der Elitekultur und soziopolitischen Ordnungsvorstellungen.

Publikationen: Der Hof der Khediven von Ägypten. Herrscherhaushalt, Hofgesellschaft und Hofhaltung 1840–1880, Würzburg 2008. «Coping with “the Riff-raff and Mob”: Representations of Order and Disorder in the Patrona Halil Rebellion (1730)», in: Die Welt des Islams 54 (2014), S. 363–398. «Reisen in die Vergangenheit und in die Moderne: Tourismus in Ägypten und die Eröffnung des Suezkanals 1869», in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 65 (2014), S. 600–621. «“Fickle Fate Has Exhausted My Burning Heart”: An Egyptian Engineer of the 19th Century Between Belief in Progress and Existential Anxiety», in: Die Welt des Islams 51 (2011), S. 145–187. «Von der ‹Türkengefahr› zu Exotismus und Orientalismus: Der Islam als Antithese Europas (1453–1914)?», in: Europäische Geschichte Online, 2010, http://www.ieg-ego.eu/konradf-2010-de.

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