I. TEZ-Vortrag im WS 2016/17: Islam und Gender reloaded: islamischer Feminismus in der deutschen Gesellschaft, Medien und Wissenschaft

11900-1_Sahin.inddVortrag von Dr. Reyhan Şahin (Hamburg)

im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe Gesellschaftliche und politische Partizipation von MuslimInnen in Europa und der Türkei

Termin: 26.10.2016, 18.00 Uhr c.t.

Ort: Hörsaal 221
(AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Im Laufe integrationspolitischer Debatten der letzten zehn Jahre in Deutschland rund um „den“ Islam und um die Kopfbedeckung von Musliminnen rückte der Fokus immer wieder auf die Frage der „Emanzipation“ oder der „Unterwerfung“ der muslimischen Frau. Dabei wurde gerade vonseiten deutscher Medien im Kontext von jungen, selbstbewussten Kopftuchträgerinnen der Begriff islamischer Feminismus als islamische Variante von Emanzipation gebraucht und durch einige sichtbare Vertreterinnen bedient. Doch was genau steht hinter diesem, medial inflationär gebrauchten, Begriff? Was hat der Inhalt dieser Bezeichnung mit dem eigentlichen Bedeutungsgehalt zu tun? Welche Unterschiede gibt es bei Vertreter*innen von islamischen Feminismen innerhalb Deutschlands und anderswo? Wie steht es mit den Entwicklungen innerhalb Deutschlands, vor allem in Bezug auf patriarchalisch strukturierte, islamische Verbände und Organisationen? Wie gehen Medien, Gesellschaft und Wissenschaft mit dieser, teilweise reformislamisch orientierten, progressiven Strömung um?

In diesem Vortrag werden die Entstehung und unterschiedliche Entwicklungen von islamischen Feminismen vorgestellt und in Beziehung zu aktuellen Debatten um Kopftuch, „Burka“ und „Burkini“ innerhalb Deutschlands gesetzt. Daneben wird auf Emanzipationsprozesse von jungen Musliminnen mit und ohne Kopftuch sowie auf islamfeministische Bewegungen eingegangen.

Referentin: Reyhan Şahin ist Post-Doc-Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung an der Universität Hamburg. Sie studierte Allgemeine Sprachwissenschaft, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Universität Bremen, wo sie 2012 mit einer empirischen Studie zum Zeichengehalt des muslimischen Kopftuchs und Analyse von Lebenswelten von Kopftuch tragenden Musliminnen in Deutschland promovierte. Ihre Dissertationsstudie wurde 2013 für ihre gesellschaftspolitische Relevanz mit dem Deutschen Studienpreis gekürt. Von 2012 bis 2014 war sie Nachwuchsstipendiatin der Universität Hamburg und arbeitet seit 2014 im Rahmen ihres Forschungsprojekts zur „Islamischen Religiosität in sozialen Netzwerken Deutschlands“. Ihre Arbeitsgebiete setzen sich aus Islam und Gender, Sprache und Gender sowie Gender- und Kultursemiotik zusammen.

Publikationen: Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs, Münster/Berlin: 2014. “A strong woman doesn’t follow – she leads! (Selbst-) Darstellungen muslimischer Akademikerinnen im sozialen Netzwerk Facebook“, in: Dominanzkultur reloaded (2015). Neue Texte zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ihren Wechselwirkungen, S.335-346. “Emanzipation des Widerspruchs oder widersprüchliche Emanzipation?: Bedeutungsvarianten des islamischen Kopftuchs und emanzipatorische Orientierungen von Kopftuch tragenden Musliminnen in Deutschland“, in: Islam und Gerechtigkeit (in Druck).

Advertisements

Über TEZ

Blogseite des TürkeiEuropaZentrums Hamburg (TEZ)
Dieser Beitrag wurde unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s