I. TEZ-Vortrag: Der Orientteppich: osmanisch-europäische Verwebungen

Vortrag von Prof. Dr. Yavuz Köse (Hamburg
im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe Die Geschichte der Türkei in Objekten

Termin: 12.04.2017, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

Bereits seit dem 13. Jahrhundert gehörten Teppiche zu den begehrten „orientalischen“ Luxusobjekten, die nach Europa gelangten. Dabei hatte Venedig lange Zeit eine Monopolstellung im Teppichhandel inne. Teppiche waren teuer und wurden in Europa, anders als im osmanischen Kontext, selten als Bodenbelag genutzt. Über die Nutzungsarten und -kontexte liefert die europäische Malerei, beginnend mit der Renaissance, reichhaltiges und anschauliches Material.
Dies ermöglicht einerseits Einblicke in die materielle Kultur und Konsumpraktiken wie etwa in Italien, England und den Niederlanden. Andererseits dienten europäische Gemälde als zentrale Quelle der „Teppichwissenschaften“, um das Alter der Objekte und die im Verlauf der Zeit variierenden Muster und Formate identifizieren zu können. Denn als Gebrauchsgegenstände überlebten nicht alle Teppiche die Jahrhunderte.
Der Orientteppich spielte aber nicht nur in der materiellen Kultur Europas eine wichtige Rolle, er diente auch in der Literatur und Wissenschaft als Metapher. Darauf wird der Vortrag ebenso eingehen.

Referent: Yavuz Köse studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Geschichte und Kulturen des Nahen Orients sowie Turkologie, Volkswirtschaftslehre und Markt- und Werbepsychologie. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Sozial-, Wirtschafts- und Konsumgeschichte des Osmanischen Reiches und der Türkei. Er vertritt seit Herbst 2010 die Professur für Turkologie und ist Sprecher des TürkeiEuropaZentrums.

Publikationen (Auswahl): (Hg.) Wunder der erschaffenen Dinge: Osmanische Manuskripte in Hamburger Sammlungen. Wonders of Creation: Ottoman Manuscripts from Hamburg Collections (gemeinsam mit Janina Karolewski). „’Meine Studenten sind alle bärtige Leute’. Notizen zum Leben und Wirken von Joachim Schulz alias Prusyalı Emin Efendi (1813-1892)“, in Osmanen in Hamburg – eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges, hrsg. von Yavuz Köse. Hamburg 2016, S. 45-68. Junge Perspektiven der Türkeiforschung in Deutschland Bd. II (gemeinsam mit Burcu Doğramacı, Kerem Öktem und Tobias Völker). Berlin 2016.

 

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