II. TEZ-Vortrag: Der Ordnung, Leben, Liste: das Heft als osmanisches Prinzip, als Praxis und als Ding

Vortrag von Prof. Dr. Christoph K. Neumann (München)
im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe Die Geschichte der Türkei in Objekten

Termin: 26.04.2017, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

Das Wort „Heft“ in der Überschrift ist erst einmal ein Wort, Versuch der Übersetzung eines türkischen, aus dem Arabischen stammenden, aber aus dem Persischen übernommenen Wortes, das sich dadurch auszeichnet, dass die von ihm benannten Gegenstände eine weit größere Spannweite aufweisen als die, die das bescheidene deutsche „Heft“ bezeichnet. Das heißt nicht, dass es keine typisch osmanischen Hefte gab. Im Gegenteil: sie sind so wichtig, dass eine wesentliche Teildisziplin der osmanischen Geschichte sich nur eingeschränkt selbstironisch „Defterologie“ nennt. Ziel des Vortrages ist, von diesen Registerbänden und anderen Heften den Bogen zu der metaphorischen, ja spirituellen Ebene der osmanischen Hefte zu schlagen.

Referent: Christoph K. Neumann studierte Kultur und Geschichte des Nahen Orients, neuere deutsche Literatur sowie politische Wissenschaften an der LMU München. Studienjahr an der Ege Üniversitesi in Izmir. Magister (1987) und Promotion (1992) an der LMU München. Tätigkeiten am Orient-Institut Istanbul, als DFG-Stipendiat an der tschechischen Nationalbibliothek, dann an der technischen Universität Istanbul und der Bilgi-Universität Istanbul. Habilitation (doçentlik) 2006. Lehrtätigkeit außerdem an der Karls-Universität Prag und der Boğaziçi-Universität Istanbul. Seit 2008 Professor für Turkologie (Türkische Studien) am Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU.

Publikationen (Auswahl): Kleine Geschichte der Türkei. Zusammen mit Klaus Kreiser, 2. Aufl. (Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2008); Popular Protest and Political Participation in the Ottoman Empire: Studies in Honor of Suraiya Faroqhi, hrsg. gemeinsam mitEleni Gara, M. Erdem Kabadayı (Istanbul: İstanbul Bilgi University Press 2011); „The Russian Experience: Necati Efendi in Captivity.“, Südost-Forschungen 71 (2012 [2013]), S. 19-33; „Birey Olmanın Alameti Olarak Tüketim Kalıpları: 18inci Yüzyıla Ait Örnek Vakalar“, Tarih ve Toplum: Yeni Yaklaşımlar 8 (2009) pp. 7-47; „Political and Diplomatic Developments.“ The Cambridge History of Turkey: Volume 3; The Later Ottoman Empire, 1603-1839, ed. Suraiya N. Faroqhi (Cambridge et al.: Cambridge University Press 2006), S. 44-62; “Orientalist Poetics, Autobiographical Fiction, and History Defying Words: Sarkis Torossian Inscribing Himself into World War I.” In Globalizing Literary Genres: Literature, History, Modernity, ed. by Jernej Habjan and Fabienne Imlinger. New York, London: Routledge, 2016 [2015], S. 128-40; “»Ein Osmane« und die Osmanen – Andreas David Mordtmann d. Ä. als Beobachter des geistigen Lebens im Osmanischen Reich seiner Zeit = Osmanlılar ve »Bir Osmanlı«: Andreas David Mordtmann (Peder) – Osmanlı İmparatorluğu Entellektüel Yaşamının Yakın Gözlemcisi” (the latter transl. by Fatma Artunkal). In: Daheim in Konstantinopel: Deutsche Spuren am Bosporus ab 1850 = Memleketimiz Dersaadet: 1850’ten İtibaren Boğaziçi’ndeki Alman İzleri, ed. by Erald Pauw. Nürnberg: Pagma, 2014, S. 93-107.

 

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