Gewaltstrukturen, Militär und Gesellschaft vom späten Osmanischen Reich bis in die gegenwärtige Türkei (Einführung in die Vortragsreihe)

Vortrag von Vertr.-Prof. Dr. Elke Hartmann

Termin: 23.10.2019, 18.00 Uhr c.t
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Das Thema der TEZ Vortragsreihe im Wintersemester 2019/20 behandelt das Themenfeld von „Gewaltstrukturen, Militär und Gesellschaft in der Türkei“. Der Eröffnungsvortrag gibt zunächst einen historischen Überblick über die lange Folge von Militärputschen und militärischen Interventionen in der Türkei, die bis in die spätosmanische Zeit zurückreicht. Anschließend werden die tieferen Hintergründe der besonderen Präsenz des Militärs in Politik und Gesellschaft des späten Osmanischen Reiches und der Türkischen Republik diskutiert. Hier werden insbesondere die Zusammenhänge zwischen den osmanischen Modernisierungsbemühungen des 19. Jahrhunderts und der veränderten Rolle des Militärs einerseits sowie der bis heute nachwirkenden Gewaltgeschichte dieser Zeit andererseits in den Blick genommen: Das Militär agierte hier als Ausgangspunkt der Reform und Vorreiter der Moderne. Mit der Ausbildung einer neuen Generation von Offizieren wurden aus den Reihen des Militärs dann auch politische Visionen formuliert. Zugleich mussten die Strukturreformen in den osmanischen Provinzen mit Hilfe des Militärs durchgesetzt werden. Die Militäreinsätze wurden so zum Ausgangspunkt einer modernen Gewaltpolitik, die die spätosmanische Geschichte ebenso durchzog wie die Entwicklung der türkischen Republik. Abschließend werden die gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung von der Militarisierung der Gesellschaft bis zur Ausbildung paramilitärischer Verbände und anderer Gewaltstrukturen erörtert.

Referentin: Elke Hartmann studierte Geschichte und Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten u.a. an der FU Berlin, der LMU München, der Katholischen Universität Budapest und der Universität Bamberg ist sie seit April 2019 Vertretungsprofessorin für Turkologie an der Universität Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Sozial-, Kultur- und Militärgeschichte des späten Osmanischen Reiches, Massengewalt in der Moderne und Selbstzeugnisforschung. Wichtige Publikationen: Die Reichweite des Staates. Wehrpflicht und moderne Staatlichkeit im Osmanischen Reich 1869-1910, Paderborn (Ferdinand Schöningh) 2016, Armenisches Leben im Osmanischen Reich (auf Ungarisch), Budapest (L’Harmattan) 2020 (im Erscheinen)

Über TEZ

Blogseite des TürkeiEuropaZentrums Hamburg (TEZ)
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