Between Temptations of Turkish Slavery and Ethnic Solidarity: The Discourse on the Renegade Phenomenon in Ukrainian Folklore

Vortrag von Dr. Oleksandr Halenko (Kiew) im Rahmen der Vortragsreihe „Konvertiten, Renegaten, Neuosmanen im Osmanischen Reich“

Bild: Lviv National Art Gallery

Termin: 10.04.2019, 18.00 Uhr c.t
Ort: Hörsaal 221(AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

In the Ottoman Empire the vast majority of renegades did not change identity voluntarily, because they were slaves. The Ukrainian folklore voices complex motives of such involuntary renegades, as it accumulates collective experiences of the nation, which for a long time was a principal source of Ottoman slaves. On the one hand, scenes of physical and moral sufferings, apostasy and death illustrate threats of enslavement. On the other, praised are wealth, power, pride, luxury and even sensual pleasures, which were promised to all Ottomans, including renegades. Renegades also appear as protagonists of several epics (dumas) that accumulated broad popular discourse, developed in response to the devastating slaving raids of the Crimean Khanate. The stories and characters of renegades, unquestionably fictional, set praiseworthy examples of their continuing loyalty to Christian faith, family, and compatriots. Some remarkably promised to renegades absolution in exchange for assisting compatriots to regain freedom and to return home. Eventually, it was a desperate appeal to cooperation between compatriots, and such epics provide good example, how hard collective experience stimulated consolidation of a nascent nation.

Referent: Dr. Oleksandr Halenko studied European history in Kyiv. After the demise of the Soviet Union he independently engaged in Turkology with focus on the role of Turkic polities in the history of Ukraine. In 1996-1999 he served as deputy director of the Institute of Oriental Studies in Kyiv. He also taught at the National University of Kyiv-Mohyla Academy and conducted research on the Islamic collection at the Bogdan and Varvara Khanenko Museum of Art in Kyiv. Currently he is affiliated with the Centre for the Study of Civilizations in the Black Sea Area at the Institute of History of Ukraine. His recent publications include Tarih-i Naima: Reports on Ukraine. Translation and Studies (Kyiv, 2016); “Wine production, marketing and consumption in the Ottoman Crimea, 1520-1542”, Journal of the Economic and Social History of the Orient 47 (4), 507-547; “How a Turkish Empress Became a Champion of Ukraine”, Roxolana in European Literature, History and Culture, 125-140; “The Harsh Landscapes of“ Mother Sarmatia“: Steppe Ukraine through the Eyes of a 16th-Century Polish Diplomat”, Harvard Ukrainian Studies 32, 349-376.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Einführung in die Konversionsforschung

Vortrag von Magali Dietrich, M.A. (Hamburg) im Rahmen der Vortragsreihe „Konvertiten, Renegaten, Neuosmanen im Osmanischen Reich“

Bild: parthasberlin

Termin: 03.04.2019, 18.00 Uhr c.t
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Conversion is what a group or person says it is“ (Lewis R. Rambo)

Wie lässt sich Konversion erklären und welche Konsequenzen und Spannungsfelder ergeben sich mit dem Akt des Glaubenswechsels? Die unterschiedlichen Definitionen und Erklärungsansätze für religiöse Konversion haben im Laufe der Geschichte auch die Person des Konvertiten immer wieder in einem neuen Licht erscheinen lassen. Das Bild der passiven Konversion ist dem der aktiven Konversion gewichen, denn spätestens nach dem eigentlichen Akt der Konversion eröffnen sich neben den neuen Glaubensinhalten – damals wie heute – Fragen nach religiöser Identität, Werten, Loyalität und Synkretismen.

Die Antworten zu diesen Fragen sind so individuell und facettenreich wie die Biographien der Konvertiten selbst, dennoch lassen sich einige Gemeinsamkeiten aufzeigen, die sowohl die persönliche Ebene des Konvertiten als auch sein gesellschaftliches und politisches Umfeld betreffen.

Der Vortrag soll einen ersten Einblick in die Erklärungsansätze der Konversionsforschung seit 1900 geben, Parallelen aufzeigen sowie gesellschaftliche Herausforderungen zur Diskussion stellen.

Referentin: Magali Dietrich studierte Islam- und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und in Damaskus. Seit 2014 ist sie Promotionsstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und forscht zum Thema ‚Konversion zum Islam und religiöse Identität‘. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) tätig, wo sie sich insbesondere mit Indikatoren für Radikalisierung und Terrorismus beschäftigte. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Wandlungsprozesse der Gegenwart, Fundamentalismus, Religionspolitik und islamische Bewegungen in Europa. Magali Dietrich ist Gründungsmitglied des ‚Zukunftsforum Islam e.V.‘.


Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

TEZ-Vortragsreihe Sommersemester 2019: Konvertiten, Renegaten, Neuosmanen im Osmanischen Reich

Bild | Veröffentlicht am von | Kommentar hinterlassen

2nd International NEHT Workshop, 6-7 September 2019

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Arrival City Istanbul: Flucht, Moderne und Metropole am Bosporus

Vortrag von Prof. Dr. Burcu Dogramaci (München) im Rahmen der Vortragsreihe „10 Jahre TürkeiEuropaZentrum Hamburg“

Termin: 23.01.2019, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Istanbul war ein Ankunftsort für geflüchtete Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Stadt auf zwei Kontinenten mit ihrer multireligiösen und –ethnischen Bevölkerung bot den Emigranten ein heterogenes Bild; so lässt sich kaum von einer konzisen Stadterfahrung sprechen. Denn abhängig von den Stadtvierteln, ihrer Bebauung und Bevölkerung, der Nähe (oder Ferne) zum Wasser, der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zeigte Istanbul verschiedene Gesichter. So gibt dieser Stadtkörper zahlreiche Anhaltspunkte, um die Wechselwirkung von Migration oder Exil, Architektur und Stadt zu erforschen:
Im Galata/Beyoğlu auf der europäischen Seite lebten nach 1917 besonders viele russische Emigranten, später kamen deutschsprachige Exilierte. Institutionen wie die Akademie der Schönen Künste waren fußläufig erreichbar, und Hotels, Cafés und Bars bildeten Kontaktzonen für emigrierte und/oder lokale Kulturschaffende. Der Bosporus bot einen wichtigen Bezugspunkt für Bauten wie die Villa Ragip Devres (Architekt: Ernst Egli), das Haus Eckert-Emirgan (Architekt: Clemens Holzmeister) oder das Haus des Berliner Architekten Bruno Taut. Die ungewöhnliche Ästhetik von Tauts Haus führt zu übergreifenden Überlegungen zur Beziehung von Exil und Moderne. Der Vortrag endet mit dem Aufenthalt von Leo Trotzki auf der Prinzeninsel Büyükada und dem insularen Status des Exilierten.

Referentin: Burcu Dogramaci ist seit 2009 Professorin am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Schwerpunkt auf der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. 2000 Promotion (bei Martin Warnke) mit einer Dissertation über die Berliner Modegraphikerin Lieselotte Friedlaender und die Pressegrafik der Weimarer Republik. 2007 Habilitation in Hamburg mit einer Schrift über deutschsprachige Architekten, Stadtplaner, Bildhauer und Kunsthistoriker in der Türkei nach 1927. 2011–12 Senior Research Fellow am Center for Advanced Studies der LMU München. 2014 Preis für gute Lehre des Bayerischen Staatsministeriums. 2016 ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates. Sie forscht und lehrt zu Exil und Migration, Fotografie und Fotobuch, Mode, Architektur und Stadt, Skulptur der Moderne und Nachkriegszeit, Live Art.

Publikationen (Auswahl): Heimat. Eine künstlerische Spurensuche, Köln: Böhlau 2016; Migration und künstlerische Produktion. Aktuelle Perspektiven, Bielefeld: transcript 2013 (Hg.); Fotografieren und Forschen. Wissenschaftliche Expeditionen mit der Kamera im türkischen Exil nach 1933, Marburg: Jonas 2013; Netzwerke des Exils. Künstlerische Verflechtungen, Austausch und Patronage nach 1933, Berlin: Gebr. Mann 2011 (Hg. m. K. Wimmer); (Hg. mit Birgit Mersmann), Handbook of Art and Global Migration Theories, Practices, and Challenges (de Gruyter, 2019), Fotografie der Performance. Live Art im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit“ (Fink 2018.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Frauen- und Geschlechterstudien im Spannungsfeld von Akademia, Staat und Zivilgesellschaft in der Türkei

Vortrag von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Bremen) / Dr. Charlotte Binder (Bremen) im Rahmen der Vortragsreihe „10 Jahre TürkeiEuropaZentrum Hamburg“

Termin: 9.01.2019, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Das an der Universität Bremen angesiedelte Forschungsprojekt untersucht Institutionalisierungs- und Transformationsprozesse von Frauen- und Geschlechterstudienzentren an türkischen Universitäten.  In Folge der Entstehung der feministischen Bewegung in den 1980er Jahren wurden die Frauenstudien zu Beginn der 1990er Jahre zunächst an Universitäten in Istanbul und Ankara als eine unabhängige akademische Disziplin begründet. Die Gründerinnen waren Akademikerinnen, die sich meist in den Frauenbewegungen engagierten. Bis zum Jahr 2017 etablierten sich mehr als 100 universitäre Frauen- und Geschlechterstudienzentren an staatlichen und privaten Universitäten sowohl in Millionenstädten, wie z.B. Antalya, Gaziantep und Izmir als auch in Provinzstädten, wie z.B. Aydın, Bingöl und Çorum. Anhand von Expert*innen-Interviews und Dokumentensammlungen untersucht das Projekt für ausgewählte Zentren Aussagen von Repräsentant*innen, Websites, Lehr- und Forschungsaktivitäten und weitere relevante Dokumente, die Rückschlüsse über akademische und gesellschaftspolitische Motivationen erlauben. In dem Vortrag werden die Frauen- und Geschlechterstudien als umkämpftes Feld zwischen Akademia, Staat und Zivilgesellschaft in der Türkei verortet.

Referentinnen
Prof. Dr. phil. Yasemin Karakaşoğlu
studierte Turkologie, Neuerer deutscher Literaturwissenschaft und Politikwissenschaften in Hamburg und Ankara. Seit Oktober 2004 ist sie Professorin für Interkulturelle Bildung im Lehrgebiet Allgemeine Pädagogik des Fachbereiches 12 / Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Bremen. Zwischen 2011 und 2017 hatte Yasemin Karakaşoğlu das Amt „Konrektorin für Internationales und Diversität“ an der Universität Bremen inne.

Dr. Charlotte Binder forscht und lehrt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen. Neben der Durchführung der von ihr konzipierten und von der Stiftung Mercator finanzierten Forschungsprojekte „Frauenbewegungen im innertürkischen Vergleich“ und „Frauen- und Geschlechterstudien in der Türkei“ verfasste sie ihre Dissertation. In ihrem Promotionsprojekt analysiert Binder anhand einer empirisch-qualitativen Studie – vergleichend für Berlin und Istanbul – Bündnisse zwischen frauen- und geschlechterpolitischen Akteur*innen im Rahmen des Internationalen Frauentags.

Projektspezifische Publikationen: https://www.blickwechsel-tuerkei.de/de/Publikationen.php

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Lesung mit Zafer Şenocak: Das Fremde, das in jedem wohnt

Lesung mit Zafer Şenocak (Berlin) im Rahmen der Vortragsreihe „10 Jahre TürkeiEuropaZentrum Hamburg“

Termin: 19.12.2018, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

In Kooperation mit 

Die Erfahrung von Fremdheit, die Begegnung mit unterschiedlichen Nationalitäten und widersprüchlichen Lebensentwürfen löst häufig Abwehr und Furcht aus. Wo Abgrenzung die Kommunikation ersetzt, ist – auch in Deutschland – der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr. Der Schriftsteller und Publizist Zafer Şenocak setzt gegen diese Angst eine bewusste, biografische Auseinandersetzung mit dem Fremden in uns selbst. Als Kind türkischer Mittelschichtseltern, die in Deutschland leben, wächst Şenocak mit den Sprachen, Literaturen, Ritualen und Geschichten zweier Länder auf. Eindeutige Identitätsangebote machen beide Kulturen nicht, weder die deutsche, in der er »der Türke« bleibt, noch die türkische: Şenocak erlebt durch seine politisch engagierte Mutter eine weltlich-moderne Intellektualität. Sein Vater dagegen verkörpert einen zwar kritischen, aber zutiefst spirituellen Islam, die Welt der Poesie und der Liebe zur Sprache. Pole, zwischen denen die türkische Gesellschaft weiterhin changiert. Zafer Şenocak beglaubigt mit seiner Person, dass aus solcher Vielfalt eine in sich heile, gefestigte Identität erwachsen kann. Zugleich fragt er wei-ter, was diese Beschäftigung mit den eigenen Herkunftsgeschichten zu einem differenzierten Bild von Integration beitragen kann. Şenocak begreift Diversität als menschliche Grunderfahrung, die man sich bewusst machen und akzeptieren muss, um zu einem modernen, partizipativen Verständnis von Gesellschaft zu gelangen. (Körber Stiftung)

Über den Autor: Zafer Şenocak wurde in Ankara als Sohn eines Verlegers und einer Lehrerin geboren. Er wuchs in Istanbul und ab 1970 in München auf, wo er auch Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie studierte. Seit seinem Debüt 1983 veröffentlichte er über 20 Bände mit Lyrik, Prosa und Essays, die ins Englische, Französische, Italienische, Tschechische, Spanische und Türkische übersetzt wurden. 2011 erschien in der Edition Körber »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift«, 2014 »In deinen Worten: Mutmaßungen über den Glauben meines Vaters« und »Das Fremde, das in jedem wohnt« 2018 ebenfalls wieder in der Edition Körber. Şenocak lebt seit 1989 in Berlin. Der Autor war „Writer in Residence“ in den Vereinigten Staaten, unter andem im MIT/Cambridge und in Berkeley.

Veröffentlicht unter Hamburg, Lesung, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen