Neben-Kriegsschauplätze: Die unmittelbare Nachbarschaft des Syrienkonflikts

Daily life in Zaatari refuggee camp in Jordan, located 10 km east of Mafraq, Jordan on June 04, 2014. Photo © Dominic Chavez/World Bank

Vortrag von Dr. André Bank (GIGA, Hamburg) im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe „Gäste, Glaubensbrüder, Störenfriede? Konflikt und Migration zwischen der Türkei und Syrien“

Termin: 24.01.2018, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

Der Syrienkrieg hat mit mehr als einer halben Million Toten und über zwölf Millionen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen ein immenses humanitäres Leid im Land selbst mit sich gebracht. Wie andere extrem gewaltsame Bürgerkriege hat der Syrienkonflikt aber auch über seine Grenzen hinaus „gewirkt“ und dabei insbesondere die Regionen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft beeinflusst. Der Vortrag nimmt diese lokalen Transformationen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Syrienkriegs, den sog. „Neben-Kriegsschauplätzen“, mit einem Fokus auf Jordanien und der Türkei in den Blick. Es wird untersucht, welche politischen, sozialen und ökonomischen Dynamiken gegenwärtig die lokalen Ordnungen in den Nachbarschaften Syriens prägen und wie sich diese Prozesse seit Kriegsbeginn 2011 transformiert haben. Der Vortrag argumentiert, dass ein besseres Verständnis der jordanischen und türkischen „Neben-Kriegsschauplätze“ helfen kann, die komplexe und vielfältige Wirkmächtigkeit des Syrienkrieges besser zu verstehen.

Referent: André Bank ist Senior Research Fellow am GIGA Institut für Nahost-Studien in Hamburg. Der promovierte Politikwissenschaftler forscht zu Autoritarismus, Gewaltkonflikten und regionaler Ordnung im Nahen Osten, mit einem Schwerpunkt auf Jordanien und Syrien. Er ist Sprecher des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten, internationalen Forschungsnetzwerks IDCAR (International Diffusion and Cooperation of Authoritarian Regimes). Zudem leitet er das Forschungsprojekt „Neben-Kriegsschauplätze: Der Syrienkrieg in Jordanien“, das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung für zwei Jahre gefördert wird.

Publikationen (Auswahl): (gemeinsam mit Fröhlich, Christiane / Schneiker, Andrea, “The Political Dynamics of Human Mobility: Migration out of, as and into Violence”, Global Policy 8 (2017), S1, S. 1-8; “The study of authoritarian diffusion and cooperation: comparative lessons on interests vs. ideology, nowadays and in history, in: Democratization 24,7 (2017), S. 1345-1357.

Advertisements
Veröffentlicht unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

TEZ-Vortragsreihe im Wintersemester 2017/18

Bild | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!

Das TEZ wünscht allen Freunden und Interessierten frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

UniversitŠt Hamburg: HauptgebŠude-FlŸgel-Ost (Edmund-Siemers-Allee 1)

Veröffentlicht unter News, TürkeiEuropaZentrum | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Syrian Migrants in the Agricultural Sector: Insights from Mersin, Turkey

Vortrag von Dr. Bediz Yilmaz Bayraktar (Osnabrück, Philipp-Schwartz Fellow) im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe „Gäste, Glaubensbrüder, Störenfriede? Konflikt und Migration zwischen der Türkei und Syrien“

Termin: 10.01.2018, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

This presentation will provide insights from two years of activism along with the Syrian agricultural workers in the peri-urban area of the city of Mersin, on the Mediterranean coast, close to the Syrian border (host to 300.000 migrants from all classes).

Our efforts in this area included providing subsistence material to the migrant-workers living in tent settlements as well as organising community schools for their children, keeping record of each family.

Based on my position as an observing participant in these activities, I will try to sketch the conditions of refugee workers in the agricultural sector in this region of Turkey and open the following questions to discussion: What is the share of foreign labour in the agricultural sector in Turkey? What is the connection between forced migration and
forced labour and what is the role of agricultural work in the survival of irregular migrants?Can the existence of migrant labourers in this sector be qualified as “semi-slavery”, what are the elements of such definition? What is the logic behind the “ignorance” of Turkish authorities to the agricultural migrant labourers? Is there a common pattern throughout Europe concerning the extensive exploitation of migrant workforce in the agriculture?

Referentin: Bediz Yılmaz Bayraktar graduated from the Department of Political and Administrative Sciences, Marmara University and received her PhD degree from the French Institute of Urban Studies (University of Paris VIII) with a dissertation on the multidimensional exclusion of forced migrants in a slum neighbourhood of Istanbul. Her research interests include forced migration, urban/rural poverty, spatial segregation, social exclusion, gender and social policies. After working for ten years as Assistant Professor in the University of Mersin (Turkey), she is currently Philipp Schwartz Fellow at Institute of Migration research and Intercultural Studies (IMIS) in University of Osnabrück, Germany.

Publikationen (Auswahl): “Libéralisation de l’Etat social en Turquie: Une réflexion sur les aides sociales conditionnelles”, in Adadağ, Özgür (Ed.), Etat dans Tous ses Etats, Paris: L’Harmattan 2016.

Veröffentlicht unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Deutschland, Europa und die Politik des Flüchtlingsschutzes

Vortrag von Gerald Knaus (Berlin/Istanbul) mit Diskutant Dr. Roy Karadağ (Bremen) im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe „Gäste, Glaubensbrüder, Störenfriede? Konflikt und Migration zwischen der Türkei und Syrien“

Termin: 20.12.2017, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

„Wir schaffen das!“ Dieses Kredo von Bundeskanzlerin Angela Merkel polarisierte seit August 2015 die deutsche Bevölkerung. Es sollte zum Optimismus in Zeiten der Flüchtlingskrise ermutigen, führte aber Land auf Land ab zu hitzigen Kontroversen. Diesen Satz könne er sich „beim besten Willen nicht zu eigen machen“, polterte Horst Seehofer aus München. Die Lösungsansätze der Regierung seien schlichtweg zu unbefriedigend. In der Tat dauerte es bis März 2016 bis Deutschland und die Europäische Union einen konkreten Lösungsansatz vorzuweisen hatten, mit dem sich das „wir schaffen das“ von einer Floskel zur zarten Zuversicht verwandelte. Dieser Lösungsansatz, die „Erklärung der Europäischen Union mit der Türkei zu Migration“, wurde in seinen Grundzügen von dem Think Tank Europäische Stabilitätsinitiative (ESI) erarbeitet.

Referent: Gerald Knaus (Österreich) ist Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI). Er studierte in Oxford, Brüssel und Bologna. Er war Direktor der Lessons Learned and Analysis Unit (LLA) der EU-Abteilung von UNMIK in Kosovo (2001-2004). Er veröffentlichte viele Artikel, die breite Debatten hervorriefen, zuletzt „The Merkel Plan“ (2015) und „The Rome Plan“ zur Flüchtlingskrise und „The European Swamp“ (2016) zu Korruption im Europarat. Er ist zudem Mitverfasser des Buchs „Can Intervention Work?“ (2011), sowie von über 90 ESI-Berichten und 12 Filmskripten für Fernsehdokumentationen zu Südosteuropa. Er ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war für fünf Jahre Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard University Kennedy School of Governance, wo er zu State Building und Interventionen unterrichtete. 2016/2017 war er Mercator-IPC Senior Fellow. Er schreibt den Blog www.rumeliobserver.eu.

Diskutant: Dr. Roy Karadağ, Geschäftsführer, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS), Universität Bremen.

Veröffentlicht unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

TEZ-Veranstaltung: „Konkurrierende Imperien? Das Russische Reich und das Osmanische Reich im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert“

©www.russianposter.ru, Plakat: Ruklevskij Ja. T., Oktober [Spielfilm], 1927

Termin: 29.11.2017, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221 (AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Gesprächsrunde mit:

  • Dr. Zaur Gasimov
    (Orient-Institut Istanbul)
  • Prof. Dr. Stefan Plaggenborg
    (Ruhr-Universität Bochum)
  • Prof. Dr. Stefan Rohdewald
    (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Moderation: Dr. Bamberger-Stemmann (Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg)

 

 

Mit freundlicher Unterstützung und in Kooperation mit

 

 

 

Referenten

Zaur Gasimov studierte Internationale Beziehungen, Völkerrecht und Geschichte in Baku, Berlin und Eichstätt. Seit September 2013 ist er wissenschaftlicher Referent am Orient-Institut Istanbul und forscht zur Ideenzirkulation zwischen Russland, Europa und der Türkei während des 20. Jahrhunderts.

Stefan Plaggenborg studierte Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br. Seit Oktober 2007 hält er den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum inne. Zu seinen Forschungsschwer-punkten zählen Sozialgeschichte des ausgehenden Zarenreiches Geschichte der Sowjetunion; Geschichte der Gewalt, vergleichende Geschichte autoritärer Regime im 20. Jahrhundert.

Stefan Rohdewald studierte osteuropäische Geschichte, slavische Literaturwissenschaft, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (Universität Zürich). 2013 nahm der den Ruf an die JLU-Gießen (Südosteuropäische Geschichte) an. Transkulturalität, Transkonfessionalität, Erinnerungsdiskurse gehören u.a. zu seinen Forschungsschwerpunkten.

Veröffentlicht unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Umweltbedingte Migration im prä-revolutionären Syrien. Der Mythos des syrischen „Klimakrieges“

Vortrag von Dr. Christiane Fröhlich (Hamburg)  im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe „Gäste, Glaubensbrüder, Störenfriede? Konflikt und Migration zwischen der Türkei und Syrien“

Termin: 06.12.2017, 18 Uhr c.t.
Ort: Rm 221, Asien-Afrika-Institut (Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost)

Der syrische Bürgerkrieg ist für diejenigen, die den Klimawandel in erster Linie als „Bedrohungsmultiplikator“ sehen, zu einem wichtigen Referenzpunkt geworden. Im Fall Syrien geht die Argumentation davon aus, dass die von Menschen verursachte globale Erderwärmung ein verstärkender Faktor einer extremen Dürreperiode unmittelbar vor dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs war; dass diese Dürre massive Binnenmigration hervorrief; und dass diese die sozioökonomischen Spannungen verstärkte, die den Weg in den Bürgerkrieg ebneten. Der Vortrag setzt sich mit der These des syrischen „Klimakrieges“ kritisch auseinander und weist auf Ursachen und Folgen einer Versicherheitlichung des Klimawandels hin.

Referentin: Christiane Fröhlich forscht an der Universität Hamburg zu Fluchtursachen, mit besonderem Augenmerk auf veränderten Umweltbedingungen, die Migrationsentscheidungen beeinflussen können. Sie hat sich intensiv mit einer klimabedingten sog. „Jahrhundertdürre“ im prä-revolutionären Syrien und ihrer Rolle für den Syrienkrieg auseinandergesetzt. Sie erforscht außerdem die Rolle des Globalen Nordens für aktuelle Migrationsbewegungen aus dem Globalen Süden aus postkolonialer Perspektive. Sie wurde am Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg promoviert.

Publikationen (Auswahl): “Climate Change and the Syrian civil war revisited” (with Jan Selby et al.) (2017), Political Geography, Vol. 60, pp. 232-244; “Climate Migrants as Protestors? Dispelling Misconceptions about Global Environmental Change in Pre-Revolutionary Syria”, Contemporary Levant (2016), Vol. 1, No. 1, pp. 38-50; “A Critical View on Human Mobility in Times of Crisis” Global Policy (2017), Vol 8, Issue Supplement S1, hg. von Christiane Fröhlich, pp 5-11. [open access]; “The Political Dynamics of Human Mobility: Migration out of, as and into Violence” (gemeinsam mit André Bank und Andrea Schneiker) Global Policy (2017), Vol 8, Issue Supplement S1, pp. 12-18. [open access].

Veröffentlicht unter Hamburg, News, TürkeiEuropaZentrum, Veranstaltungen, Veranstaltungen, Vorträge | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Turkologentag 2018: CfP for Panel “Going Native: Converts, Renegades and ‘New’ Ottomans, 16th-19th century”

CfP for Panel “Going Native: Converts, Renegades and ‘New’ Ottomans”, 16th-19th century”

Turkologentag 2018, Bamberg, September 19-21, 2018

Deadline: December, 30, 2017

For further details see: Turkologentag 2018-CfP-Going-Native

Veröffentlicht unter Konferenzen, News, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen