I. TEZ-Vortrag: Marginalisiert, privilegiert oder „Neutürken“?

– Nichtmuslimische Schicksale zwischen Osmanischem Reich und Türkischer Republik

Vortrag von Prof. Dr. Raoul Motika (Istanbul) im Rahmen der Vortragsreihe „10 Jahre TürkeiEuropaZentrum Hamburg“

Termin: 24.10.2018, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 221
(AAI, Edmund-Siemers-Allee 1, Ost)

Nichtmuslime hatten im Osmanischen Reich einen auf dem islamischen Recht basierenden niederen Status als die muslimischen Untertanen des Sultan-Kalifen. Dies änderte sich im 19. Jahrhundert mit den neuen Wirtschaftsstrukturen des Reichs und den sich verdichtenden wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Westeuropa. Dadurch ergaben sich neue Möglichkeiten für viele nichtmuslimische Gruppen, die nun zu einem zentralen Bindeglied zur Außenwelt wurden. Manche erlebten einen beispiellosen sozialen, wirtschaftlichen und in Einzelfällen auch politischen Aufstieg. Parallel verstärkten sich unter ihnen wie auch unter den muslimischen Bevölkerungsgruppen nationalistische Strömungen, was zu blutigen Auseinandersetzungen führte und letztlich zur weitgehenden Auslöschung der nichtmuslimischen Präsenz im Reich führte. Mit der Gründung der Türkischen Republik als Nationalstaat veränderten sich die Koordinaten für die verbliebenen Nichtmuslime erneut. Der Vortrag stellt beispielhaft das Schicksal einer bürgerlichen Istanbuler Familie über einen Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor.

Referent: Raoul Motika war als Koordinator des internationalen Forschungsprojekts „Islamische Bildung in der Sowjetunion und der GUS“ an der Ruhr-Universität Bochum tätig (2002-2004). Anschließend erhielt er einen Ruf als Assistenzprofessor für Islamwissenschaften mit den Schwerpunkten Türkei/Osmanisches Reich/Iran und Gegenwartsforschung an die Universtät Bern (2005-2006). Im Herbst 2006 folgte er dann einem Ruf der Universität Hamburg auf die W3-Professur für Turkologie. Seit 2010 ist der Direktor des Orient-Instituts Istanbul der Max Weber Stiftung. Er forscht zur osmanisch-en, türkischen, südkaukasischen und iranischen Geschichte, aktuell insbesondere in den Bereichen Religion und Manuskriptkunde sowie zu gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart. An der Universität Hamburg leitet er derzeit ein Teilprojekt des SFB Manuskriptkulturen.

Publikationen (Auswahl): In Vorbereitung: Geschichte der Republik Türkei. Stuttgart: Kohlhammer Verlag. Gemeinsam mit Christoph Herzog; Tarihte Bursa ve Almanlar. Bursa und die Deutschen. Bursa: Bursa Kültür A.Ş. 2016, hrsg. mit Malte Fuhrmann; Osmanische Welten: Quellen und Fallstudien. Festschrift für Michael Ursinus. Bamberg: Universitätsverlag Bamberg 2016, hrsg. Gemeinsam mit Johannes Zimmermann und Christoph Herzog.

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10 Jahre TEZ! Jubiläumsvortragsreihe!

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TEZ-Vortragsreihe im Sommersemester 2018 – TEZ goes Sixties!

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Filmtipp: „Die Legende vom hässlichen König“

Ein Dokumentarfilm über Yılmaz Güney. Eine Besprechung liefert Bert Rebhandl in der FAZ: Wo soll der stolze Kurde Zuflucht finden?

Filmtrailer: „Die Legende vom hässlichen König“

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„Die Zeiten ändern sich immer“

  • Der türkische Schriftsteller Ahmet Altan wurde im Februar zu lebenslanger Haft verurteilt und sitzt seither im Gefängnis.
  • An diesem Freitag beginnt in Istanbul sein Berufungsverfahren.
  • Kommende Woche erscheint sein bewegendes neues Buch „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ mit Texten aus der Haft. 

Christiane Schlötzer berichtet für die SUEDDEUTSCHE.DE

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Interviews mit unseren TEZ-Fellows Marlene Schäfers und Ayşegül Kars Kaynar (TEZ Fellows 2018/19)

Interview mit Dr. Ayşegül Kars Kaynar 
(TEZ Fellow 2018/19)

 

 

 

 

Interview mit Dr. Marlene Schäfers 
(TEZ Fellow 2018/19)

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Zum Mann gemacht

epa03489238 A handout picture provided by the Ruhr Museum on 28 November 2012 shows a black and white photograph by Henning Christoph of a Turkish circumcision celebration in Essen, Germany, 1983. Award-winning photographer Henning Christoph has documented the life of Turksih immigrants in the Ruhr area in black and white since the 1970s. The Ruhr Museum in Essen has now acquired Christoph’s complete photo archive on the topic migration. EPA/HENNING CHRISTOPH/ RUHR MUSEUM / HO MANDATORY CREDIT – ONLY FOR USE WHEN REPORTING ON THE ACQUISITION OF THE PHOTO COLLECTION BY THE RUHR MUSEUM HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa – Bildfunk+++ |

„Die Beschneidung ist der erste Initiationsritus im Leben eines Jungen. Sie wird pompös gefeiert und von den Eltern sexuell aufgeladen.“, schreibt Zehra Çelenk für tazgazete.

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2008 – 2018: 10 Jahre TEZ!

Das TürkeiEuropaZentrum feiert 2018 sein 10-jähriges Jubiläum, feiern Sie mit!
Das TEZ hat zum kommenden Wintersemester Gründungsmitglieder wie auch weitere Kooperationspartner zum Vortrag eingeladen. Die Bandbreite der Themen umfasst historische sowie gegenwartsorientierte Aspekte türkeibezogener Forschung. Dabei erwarten Sie Vorträge aus diversen disziplinären Zugängen, die von Erziehungs- und Medienwissenschaften über Politik- sowie Geschichtswissenschaften bis zur Kunstgeschichte reichen. Die Reihe wird ergänzt durch eine Lesung mit dem Autor Zafer Şenocak.

Unsere ReferentInnen sind:

  • Prof. Dr. Raoul Motika (Istanbul)
  • Prof. em. Dr. Ahmet Evin (Istanbul)
  • Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Hamburg)
  • Prof. Dr. Lutz Berger (Kiel)
  • Prof. Dr. Arnd-Michael Nohl (Hamburg)
  • Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Bremen)
  • Prof. Dr. Burcu Doğramacı (München)

Weitere Details folgen in Kürze. Das TEZ verabschiedet sich in die Semesterferien und wünscht allen einen schönen und erholsamen Sommer!

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